Zur Forderung der Freigabe von Frittenfett-Heizöl und der technologieoffenen Gestaltung des Gebäudeenergiegesetzes.
Verzögerung des Umstiegs
Als kritisch denkender Mathematiker werfe ich gerne mal einen fragenden Blick auf Modewörter, zu denen„Technologieoffenheit“ gehört. Der genannte Artikel richtet die Hoffnung auf Frittenfett-Heizöl und E-Fuels als regenerative Treibstoffe. Aber diese beiden wird es nur in geringer Menge beziehungsweise mit schlechtem Wirkungsgrad geben. Und bei ihrer Verbrennung werden gesundheits- und klimaschädliche Stickoxide und Kohlenmonoxid ausgestoßen. Ist das dann etwa Fortschritt durch neue Technologien? Und bedeutet Technologieoffenheit, dass wir, statt auf moderne und verfügbare Produkte wie Elektroautos und Wärmepumpen zu setzen, auf zukünftig irgendwann vorhandene Techniken wie Wasserstoffautos und Fusionsreaktoren warten sollen? Das Verzögern des Umstiegs würde einen vermeidbaren zusätzlichen Treibhausgasausstoß bedeuten und außerdem zum Nachteil der Wirtschaft unseres Landes sein, weil andere Länder die notwendigen Umstellungen schneller erreicht haben und uns voraus sein werden. Noch eine Anmerkung zu Gasheizungen, die H2-(Wasserstoff)-ready sind: Wasserstoff dürfte als wichtiger Energieträger für die Industrie und den Schwerverkehr langfristig so teuer bleiben, dass man ihn nicht anstelle von Erdgas verheizen wird .Der Einbau neuer Erdgasheizungen ist damit keineswegs technologieoffen und könnte sich zunehmend als Fehlinvestition erweisen.
Werner Braun, Kostheim
Veröffentlicht am 04.01.2025 in der Allgemeinen Zeitung, Mainz Rheinhessen